IV. Informationen

Hinweis: Sie können sich das gesamte Kapitel 4 “Information” als PDF herunterladen. 4.-Informationen_550-m7fpmhml9smmlu2uqka4l3nn47v40bm9vzzxigfnla
Nichts wissen ist keine Schande, wohl aber, nichts lernen wollen. Russische Weisheit
Schritt IV Informationen from Schule im Aufbruch on Vimeo. Und nun heißt es: raus gehen, Informationen sammeln und lernen! Sie sind zwar die Experten und Expertinnen Ihres Prozesses – doch gleichzeitig gibt es noch viel mehr Expertise da draußen! Diese Phase bietet Ihnen die Möglichkeit, nicht nur in Ihrem Kreis voneinander zu lernen, sondern auch Neues von außen hinein zu holen. Die Zusammenarbeit in dieser Phase wird sich so gestalten, dass Sie alleine oder in kleinen Gruppen „Suchaufträge“ übernehmen – und Ihre Funde, das heißt, Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse, dann in regemäßigen Abständen miteinander teilen. Da Lernen und Lernmöglichkeiten immer unendlich sind, empfiehlt es sich in dieser Phase, eine klare Zeitbegrenzung festzulegen. Vereinbaren Sie, wann Sie ziehen möchten. Das heißt nicht, dass Ihr Lernen dann abgeschlossen sein wird. Es heißt aber, dass Sie sich Ihre Entscheidungsfähigkeit nicht von der Flut von Informationen nehmen lassen werden. Was wollen Sie alles lernen? Zunächst einmal ist es jetzt an der Zeit, die Meinung von all den Beteiligten Ihrer Schule zu hören, die sich nicht aktiv in Ihre Gruppe einbringen wollen. Sicher haben Sie auch schon angefangen, sich mit Vorbildern anderer Schulen zu befassen – nun spätestens ist es Zeit, vielfältige Inspirationen einzusammeln. Sie benötigen zudem Informationen über die Ressourcen, die für die Transformation Ihrer Schule zur Verfügung stehen und sollten außerdem wissen, in welchen Rahmenbedingungen Sie sich bewegen. Bevor Sie anfangen zu sammeln, überlegen Sie sich, in welchen „Behälter“ Sie sammeln möchten. Eine Möglichkeit sind Online-Speicherorte, die Ihnen allen sofort alle Informationen zugänglich machen. Denken Sie aber auch daran, dass ein solcher Wissens-Speicherort nicht die Emotionalität von den erlebten Geschichten und Begegnungen transportiert und die wenigsten Menschen wirklich alles lesen werden. Wählen Sie, wenn möglich, eine Mischform: Sowohl einen virtuellen oder realen Ort (das kann auch ein Sammelordner im Lehrerzimmer sein), an dem alle Informationen abgelegt werden als auch eine persönliche Begegnungsform, die es Ihnen ermöglicht, den anderen das zu präsentieren und von dem zu erzählen, was Sie am meisten inspiriert.
Nicht in der Erkenntnis liegt das Glück, sondern im Erwerben der Erkenntnis. Edgar Allen Poe

Inhalt:

1. Meinungen an Ihrer Schule 1.1 Methode: Fragebögen 1.2. Methode: Galerie 2. Andere Schulen als Inspirationsquelle 3. Ressourcen 4. Rahmenbedingungen 1. Meinungen an Ihrer Schule Phase IV Befragungen an der Schule from Schule im Aufbruch on Vimeo.
Man gewinnt immer, wenn man erfährt, was andere von uns denken. Johann Wolfgang von Goethe
Zu diesem Zeitpunkt werden Sie höchstwahrscheinlich Ihre Befürchtungen und Erwartungen in Bezug auf die Schulgemeinschaft bereits kennen und reflektiert haben. Sie werden sozusagen schon wissen, was Sie wirklich gerne und was Sie lieber nicht hören und wissen wollen. Beides ist relevant. Beginnen Sie also damit, Ihre Fragen zu sammeln. Diese können geschlossene Fragen sein (z.B.: Wie groß ist die grundsätzliche Übereinstimmung an der Schule mit unserem Ziel Potenzialentfaltung?) oder offene Fragen (z.B.: Welche Finanzierungsideen fallen Ihnen ein?). Fragen Sie aber nur, was Sie wirklich wissen wollen und fragen Sie nur diejenigen, deren Meinung Sie auch ernst nehmen wollen. Nichts ist demotivierender für eine Schule als eine Umfrage, deren Ergebnisse niemals genutzt werden. 4.1.-Meinungen-an-der-Schule_550-m7fpmikfgmnwxg1hl2or5lf3plqh80q084nezqe9ucWenn Sie die Meinung aller hören möchten, empfiehlt sich selbstverständlich ein Methode Fragebögen. Es gibt aber sicher auch Menschen an Ihrer Schule, mit denen sich ein persönliches Gespräch lohnt. Überlegen Sie sich vorher, mit wem Sie sprechen möchten: Personen, die über formelle oder informelle Macht verfügen. Personen, deren Weisheit Sie sehr schätzen. Personen, von denen Sie die größte Opposition erwarten. Unabhängig davon, ob Sie Meinungen im Gespräch oder auf dem Papier einholen, bedenken Sie bei der Planung immer: Eine Befragung hat auch einen aktivierenden Charakter. Die Ausrichtung Ihrer Frage beeinflusst für eine konkrete Zeitspanne die Denkrichtung der gesamten Schule! Stellen Sie Fragen nach den Problemen, wird Ihre gesamte Schule über Probleme nachdenken – und sich wahrscheinlich eine Zeitlang damit belasten. Stellen Sie Fragen zu ungenutzten Potenzialen, wird Ihre gesamte Schule Möglichkeiten der Verbesserung aufdecken – und sehr wahrscheinlich erwarten, dass diese Erkenntnisse dann auch genutzt werden. Stellen Sie Fragen zu Stärken (und veröffentlichen die Ergebnisse auch noch), wird Ihrer Schule kurzfristig bewusst werden, wie gut doch vieles ist. Sie wird sich gestärkt fühlen, aber nicht unbedingt Impulse und Inspiration für Veränderung bekommen. Sie merken schon: Es gibt keine „richtigen“ Fragen. Es liegt an Ihnen, bewusste Entscheidungen zu treffen, die das Gleichgewicht herstellen zwischen dem, was Sie wissen möchten, und der Stimmung, die Sie aktivieren möchten. Auch vor den Gesprächen sollten Sie sich die Herangehensweise und die Fragen genau überlegen. Zur Aktivierung können Sie auf das wertschätzende Interview zurückgreifen. Doch vielleicht möchte die „Opposition“ gerade auch in Ihren Befürchtungen einmal gehört werden und benötigt dafür Raum? Dann wäre das wertschätzende Interview alles andere als geeignet. Unabhängig von der Form, die Sie wählen: Genießen Sie den Moment. Es ist der Moment, an dem Sie aus Ihrer Gruppe ausbrechen und die ganze Schulgemeinde mit ins Boot holen. Ab jetzt wird Ihre Arbeit noch sichtbarer. Sie werden nun von und mit mehr Interesse begleitet. Vielleicht werden nicht alle Ihr Vorhaben gedanklich unterstützen, doch wenn sie darüber reden, sind Sie schon einen riesigen Schritt weiter! Sollten Sie sich entschließen, lieber individuell und nicht strukturiert vorzugehen, empfiehlt sich die Methode Galerie als Werkzeug, um Ihr Thema in die Schule zu tragen.

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1.1 Methode: Fragebögen Fragebögen sind ein wunderbares Werkzeug, wenn sie richtig eingesetzt werden. Sie haben aber auch einige Tücken und können dann für mehr Frustration als Freude sorgen – sowohl bei den Ausfüllenden als auch bei den Auswertenden. Hier ein paar Hinweise: • Wenn Sie mit Fragen arbeiten, die auf einer Zahlen-Skala von „gar nicht“ bis „sehr“ zu beantworten sind, arbeiten Sie mit geraden Zahlen, damit es keine Mitte für Unentschlossene gibt. So muss immer eine Richtung gewählt werden und Sie können Tendenzen besser auswerten. Ein Beispiel: „Wie wichtig ist es Ihnen, dass nicht nur SchülerInnen sondern auch die Schule als Ganzes kontinuierlich lernt?“ 1: gar nicht, 2: eher weniger, 3: eher wichtig, 4: wichtig (oder anders geschrieben: — ; – ; + ; ++). • Formulieren Sie so viele geschlossene Fragen wie möglich, das heißt, Fragen, die mit „ja“ oder „nein“, multiple choice oder Skalen zu beantworten sind. Nur diese sind wirklich in der Auswertung vergleichbar. • Erstellen Sie Fragebögen, die in weniger als 5 Minuten ausfüllbar sind – sonst wird ein großer Teil der Befragten ihn nie zu Ende ausfüllen. • Testen Sie multiple choice und offene Fragen vorher an mehreren Personen. Denn wenn man Schwierigkeiten hat, die Frage zu verstehen oder wenn die eigene Antwort bei multiple choice Angeboten nicht vorkommt oder wenn die Frage so komplex ist, dass man einen Roman schreiben müsste, dann landen die Fragebögen sofort in der „für später“-Ecke. Und da bleiben sie meistens auch liegen … • Geben Sie verschiedene Möglichkeiten für die Abgabe der Fragebögen vor: in der Schule, per Email, online (es gibt inzwischen eine Vielzahl von kostenfreien Umfragetechnologien). Menschen haben sehr verschiedene Kommunikations-Gewohnheiten und viele ausgefüllte Fragebögen finden leider nie ihren Weg zurück zum Auswerter. • Die Auswertung gestaltet sich am einfachsten, wenn 1-3 Personen sie vornehmen, und die Ergebnisse dann der größeren Gruppe vorstellen. Wenn Sie mehr Menschen beteiligen möchten, teilen Sie die Fragen einfach auf. Achten Sie bei der Zusammenfassung der Ergebnisse darauf, dass diese für Sie einordbar sind: Wie viele Personen haben die Frage beantwortet? War es eine offene Frage oder eine Ideensammlung? Bei Sammlungen: Wie viele Personen haben so geantwortet? – Es ist in Ihrem großen Interesse, die Mehrheitsmeinung von Einzelmeinungen zu unterscheiden, damit Sie wirklich wissen, womit Sie umgehen werden.

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1.2. Methode: Galerie 4.1.2-Galerie_550-m7fpmkg3uaqhknyra3i0aky0wdh7nexgwdydyabhc2Sie haben bereits viele Ergebnisse erstellt (Sie haben die Stärken der Schule erforscht, Sie haben gemeinsam geträumt…) und Sie haben diese in der einen oder anderen Form visualisiert. Das heißt, Sie haben bereits einige Ausstellungsstücke angefertigt. Sie benötigen also nicht viel Arbeit, um eine Galerie zu eröffnen. Galerien funktionieren immer auf drei Ebenen: • Ausgestellte Exponate: Nutzen Sie den Ort der Schule, an dem Sie die meisten Menschen erreichen – das Foyer, die Garderobe, die Aula vor und nach Veranstaltungen… – und bauen Sie Ihre Ausstellung auf. Sie sollte soweit es geht ohne Erklärungen auskommen. Arbeiten Sie also zum Beispiel an Pinnwänden und ergänzen Sie Ihre Exponate mit Überschriften und Pfeilen. • Möglichkeiten der Mitgestaltung: Ermöglichen Sie den Galerie-Besuchern, Ihre Gedanken in eine große Methode Mindmap einzutragen, Bilder mit ihren Träumen zu malen oder hängen Sie weiße Blätter für Ideen und Gedanken auf. Dies kann bunt durcheinander geschehen oder Sie geben ein paar Fragen vor. Sorgen Sie dafür, dass genug Stifte da sind (z.B. mit einer Schnur an der Pinnwand befestigt). • Das Gespräch vor den Kunstwerken: Sie sollten so oft wie möglich da sein und mit den Leuten sprechen. So können Sie sich persönlich zeigen, direkt Fragen beantworten oder aufnehmen, neue Leute kennen lernen und von der Zustimmung oder von den Zweifeln erfahren. Diejenigen von Ihnen, die vor den Exponaten Gespräche führen, sollten unbedingt am Ende des Tages kurz alle Ihre Eindrücke skizzieren, Gedächtnisprotokolle erstellen. Auch wenn Sie es sich an diesem Tag zwar kaum vorstellen können, wenn Sie voller Inspirationen und Gedanken nach Hause kommen: Bereits in wenigen Tagen werden Sie sich nur noch an ganz wenig erinnern und die vielen Schätze, die Sie eingesammelt haben, gehen verloren.

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2. Andere Schulen als Inspirationsquelle
Ideale sind wie Sterne: Man kann sie zwar nicht erreichen, aber man kann sich sehr wohl an ihnen orientieren. Blaise Pascal
Schritt IV Suchen und Entscheiden from Schule im Aufbruch on Vimeo. Wir haben angefangen, für Sie so viele Inspirationen wie möglich zu sammeln – also haben Sie Spaß mit unseren Inhalten! Wir recherchieren für Sie gerade Schulen, die sich schon auf den Weg gemacht haben und die bereit sind, sich von Ihnen besuchen zu lassen. Dort können Sie sich sowohl mit den Erwachsenen als auch mit den Kindern unterhalten. Wenn Sie möchten, können Sie einen Besuch an einer Schule in Berlin auch mit einem Workshop durch das Team von „Schule im Aufbruch“ verbinden. Wir schicken Ihnen hierzu gerne weitere Informationen – nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf. 4.2-Vorbilder-anderer-Schulen_550-m7fpmldy14rrw9xe4lwmv2phhrckv4178ilvfka3gyNeben „Schule im Aufbruch“ gibt es noch viele andere Plattformen mit inspirierenden Innovationen für den Bildungsbereich im In- und Ausland. Wir stellen diese auch gerade für Sie zusammen. Doch was auch immer Sie an tollen Beispielen finden werden, denken Sie immer daran: Sie wollen nicht alles gleichzeitig. Ein Schulprofil entwickelt sich nicht dadurch, dass jede mögliche Innovation umgesetzt wird, sondern indem diejenigen, die Ihnen besonders am Herzen liegen, reifen und sich entwickeln können. Eine Schule, die jede Innovation umsetzt, hat keine Phase V Essenz und überfordert alle Beteiligten. Denken Sie also nicht, dass alle anderen Schulen perfekt sind oder bessere Bedingungen haben. Sie sehen von ihnen in der Regel ja nur die „Vorzeigeaspekte“. Nutzen Sie bei der Auswahl immer wieder den Anker im Prozess, Träume und Stärken und vertrauen Sie Ihrem Gefühl. Eine andere Methode ist, sich erst abends oder am nächsten Tag Notizen zu machen: Was Ihnen dann noch einfällt, hat Sie wirklich beeindruckt. Spannend sind natürlich für Sie die Schulen in Ihrer Region, die sich auf einen ähnlichen Weg gemacht haben oder gerade machen, so wie Sie. Nehmen Sie aktiv Kontakt auf und überlegen Sie gemeinsam, wie Sie sich unterstützen können. Viele Arbeiten – wie zum Beispiel im Bereich Recherche – können Sie vielleicht untereinander aufteilen.

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3. Ressourcen 4.3-Ressourcen_550-m7fpmn9mesucjhuntmpw028eoj3bai8nwrwue47b3o
Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen. Jean Anouilh
Natürlich werden Sie eine Menge Ressourcen benötigen, um den Transformationsprozess durchzuführen. Die wichtigste Ressource haben Sie jedoch bereits: • Menschen, die bereit sind, Zeit, Energie und Visionskraft zu investieren. Sie möchten noch mehr Menschen gewinnen? Dann stehen Ihnen hierzu die Methoden aus Phase 1 Eine(r) fängt an, Phase III Gemeinschaft und aus dieser Phase 1. Meinungen einholen zur Verfügung. Was benötigen Sie noch? • Finanzen. Der Alltag einer Schule, die sich der Potenzialentfaltung widmet, muss nicht unbedingt mehr kosten als Ihr bisheriger Schulbetrieb. Doch die Transformation selbst wird Sie evtl. Geld kosten – für neue Einrichtung, Umbauten, neue Lernmaterialien, etc. und vielleicht möchten Sie auch in Zukunft ein größeres Budget zur Verfügung haben. Denken Sie bei Geld immer daran, dass es nie ein Selbstzweck ist, sondern immer dazu dient, eine Anschaffung oder eine Dienstleistung zu finanzieren. Versuchen Sie also nicht in Endsummen zu denken (wir benötigen 200.000€) sondern in Gegenständen und Leistungen (Wir benötigen 20 Laptops). Zum jetzigen Zeitpunkt sind Sie noch nicht in der Lage, eine konkrete Kalkulation vorzunehmen, da Ihr Konzept noch nicht entwickelt ist. Sie können jedoch bereits nach Möglichkeiten suchen, die Ihnen Ressourcen zur Verfügung stellen, wie z.B.: • Falls es Sie gibt: die Stiftung oder der Förderverein hinter Ihrer Schule. • Falls es das an Ihrer Schule noch nicht gibt: Wer sind die Eltern, die bereit sind, sich zu engagieren und welche Expertisen bringen sie mit ein? • Freiwilligenzentralen vermitteln ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, durchaus auch gute Experten – gibt es so etwas in Ihrer Nähe? • Arbeitslosen- oder Ausbildungsinitiativen malern, nähen, kochen zu günstigen Preisen. • Stiftungen unterstützen je nach Bundesland Ihre Initiative – suchen Sie nach möglichen Ansprechpartnern in der Stiftungsdatenbank (http://www.stiftungen.org). • Fördermittel gibt es nicht nur in Ihrem Bundesland – auch der Bund und die EU können spannend für Sie sein – die Förderdatenbank (http://www.foerderdatenbank.de) bildet z.B. einen guten Start für eine Recherche. • Es gibt Internetseiten, auf denen Sie Ihren Unterstützungsbedarf veröffentlichen können und wo mögliche Spender und Helfer Sie finden können (z.B. http://www.betterplace.org/de/). Weshalb ist es sinnvoll, jetzt schon mit der Suche anzufangen? Zum einen wird diese Recherche-Reise Ihnen noch einmal vor Augen führen, dass sehr vieles von dem was Sie brauchen schon da ist, oder – mit mehr oder weniger Aufwand – durchaus erreichbar ist. Vor allem aber werden Sie ein Gefühl dafür entwickeln, welche Schlagworte gerade förderfähig sind. Das hilft bei der Konzepterstellung: So können Sie das richtige Vokabular gleich in die Konzeptentwicklung einfließen lassen. Zudem verpassen Sie auch keine Deadlines, wenn Sie sich rechtzeitig mit der Förderlandschaft befassen. Denken Sie ebenso wie an Geldgeber auch an Projektpartner. Diese haben eigene Interessen, die es zu berücksichtigen gilt. In der Regel formulieren sie diese Interessen so deutlich, wie sie können – in ihren Ausschreibungstexten oder Förderrichtlinien. Sie suchen nun nach den Texten, die inhaltlich mit Ihren Visionen kompatibel sind. Verstricken Sie sich dabei nicht in Wortlaute oder Schlagworte, diese dürfen sich von Ihren unterscheiden. Doch versuchen Sie auch nicht, dort Gelder zu beantragen, wo es keine Grundübereinstimmung gibt. Zum Beispiel ist das Thema Inklusion momentan förderfähig und eventuell – je nach Ihrer Vision – durchaus kompatibel mit Potenzialentfaltung.
Es kann sein, dass dir eine gute Gelegenheit entgeht, während du auf eine bessere wartest. Russische Weisheit

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4. Rahmenbedingungen Ihre Schule befindet sich nicht im luftleeren Raum – es gibt Rahmenbedingungen, die auf sie Einfluss nehmen. Diese sollten Sie kennen, um nicht später negative Überraschungen zu erleben. Rahmenbedingungen sind keine Fixpunkte, sie sind veränderbar – allerdings mit erheblicher Mühe. Es ist daher viel einfacher, Konzepte innerhalb der gegebenen Grenzen umzusetzen, als sie versetzen zu wollen. Haben Sie aber das Gefühl, dass die Grenzen Sie an essentiellen Schritten hindern, lohnt sich die Energie für die Veränderung. Doch bevor Sie etwas Grundlegendes verändern wollen: Finden Sie am besten erst einmal heraus, innerhalb welcher Grenzen Sie sich frei bewegen können. Übrigens ist in der Regel der Spielraum viel größer, als wir annehmen. Das Wissen um die Grenzen wird Ihr Konzept höchstwahrscheinlich eher erweitern als einengen. 4.4-Rahmenbedingungen_550-m7fpmo7glmvmv3tao54ikjzv9wyoi7ce8wkbve5wrcWas Sie wissen sollten: • Wer verfügt an Ihrer Schule über welche Entscheidungskompetenzen? Bis wohin darf das Kollegium oder die Schulleitung entscheiden? Ab wann kommen externe Instanzen auf den Plan? • Gibt es konzeptuelle Rahmenbedingungen, die Sie inhaltlich binden? Zum Beispiel eine Gründungsschrift, die Angehörigkeit in einem Verbund, eine Vereinssatzung? • Welche Freiräume gibt Ihnen das Schulgesetz in Ihrem Bundesland? Hier lohnt sich eine Auseinandersetzung wirklich, denn in der Regel haben Schulen mehr gestalterischen Freiraum als sie selber annehmen. Nur wenige Erwachsene sind auf dem neuesten rechtlichen Stand. Wir tendieren dazu von den Gesetzen unserer Schulzeit auszugehen – diese haben sich jedoch erheblich verändert und tun es weiter. Mehr zu diesem Thema finden sie hier. • Geraten Sie an gesetzliche Grenzen: Welche Initiativen / Schulen haben bereits den Veränderungsprozess aufgenommen, an die Sie sich anschließen könnten?
Gebildet ist, wer weiß, wo er findet, was er nicht weiß. Georg Simmel
Hinweis: Sie können sich das gesamte Kapitel “Informationen” als PDF herunterladen.