I. Eine(r) fängt an …

Hinweis: Sie können sich das gesamte Kapitel 1 “Eine(r) fängt an” als PDF herunterladen.
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Die meisten großen Taten, die meisten großen Gedanken haben einen belächelnswerten Anfang. Albert Camus
Phase I Einer fängt an from Schule im Aufbruch on Vimeo.

Inhalt:

1. Einer fängt an 2. Die Kunst des Ansprechens und Begeisterns 2.1. Methode: Aufzug-Präsentation | Elevator Pitch 2.2 Methode: Auf einer Seite | One-Pager 2.3 Methode: Servietten-Skizze | Back of a napkin 1. Einer fängt an Die Transformation einer Schule benötigt im ersten Schritt tatsächlich nur eine Person, die den Anfang macht. Eine Person, die in ihrem Herzen die Sehnsucht und die Bereitschaft spürt, sich zu engagieren. Sie sind diese Person? Was wird auf Sie zukommen? Sie werden all Ihren Enthusiasmus und all Ihre Geduld brauchen – zusammengefasst: Sie werden penetrant sein müssen. Doch penetrant im positivsten Sinne: freundlich und doch klar in dem, was Sie erreichen wollen. Sie werden sich zwischendurch ärgern, frustriert sein, aufgeben wollen – und ganz oft begeistert, gerührt und stolz sein. Sie werden sich wundern, warum Dinge, von denen Sie dachten, dass sie leicht sein würden, ein Hindernis darstellen. Und dass Dinge, die Ihnen schwierig erschienen, im Handumdrehen erledigt sind.
Wer Hohes ersteigen will – unten muss er beginnen. Wer Fernes erlaufen will – den ersten Schritt muss er tun. Chinesische Weisheit
Sie werden echte Freunde finden …

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2. Die Kunst des Ansprechens und Begeisterns Und wie fangen Sie an? Versuchen Sie, Worte und Bilder zu finden, um Ihre Sehnsucht zu beschreiben. Finden Sie Argumente, um die Sinnhaftigkeit zu beschreiben. Sie werden Verbündete benötigen, am besten sehr unterschiedliche Menschen. Also denken Sie sowohl an die emotionalen als auch an die sachlichen Personen bei Ihren Ansätzen. Seien Sie so ehrlich und authentisch wie möglich. Sie verkaufen kein Produkt sondern laden zur Zusammenarbeit ein. Und vor allem: haben Sie Mut zur Lücke, zum Nicht-Wissen. Sie müssen jetzt noch nicht die Antwort auf jede Frage kennen – ganz im Gegenteil: Das wäre keine Einladung zur Partizipation. Bei jeder Frage, auf die Sie keine Antwort kennen, können Sie fröhlich erwidern: „Super Frage, das weiß ich auch nicht. Aber vielleicht möchten Sie ja helfen, es heraus zu finden?“ In diesem ersten Schritt gibt es noch keinen Grund, Menschen strategisch anzusprechen – das kommt in Phase III Gemeinschaft. Jetzt gilt es, ein paar wenige Menschen zu finden, die mit der Schule verbunden sind, die Ihre Vision teilen und mit denen Sie sich eine Zusammenarbeit (auch auf zwischenmenschlicher Ebene) sehr gut und wirklich gerne vorstellen können. Sie werden einen längeren Weg zusammen gehen – also überlegen Sie sich, wenn Sie jemanden ansprechen, ob sie mit ihm/ihr eine längere Wanderschaft unternehmen würden.
Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen. Meister Eckhart
Was hilft, Menschen anzusprechen? Methode 1: „Aufzug Präsentation“ (Elevator Pitch) – was Sie auf dem Weg vom Erdgeschoss in den 6. Stock erzählen würden Methode 2: „Auf einer Seite“ (One-Pager) – eine A4 Seite mit Informationen Methode 3: „Servietten-Skizze“ (Back of a napkin) – Ihre Geschichte passt auf eine Serviette

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2.1. Methode: Aufzug-Präsentation | Elevator Pitch Stellen Sie sich vor, Sie treffen die Person, die für die Förderung von Schulen im Ministerium zuständig ist, zufällig im Fahrstuhl. Sie haben die Möglichkeit, etwa eine Minute Zeit mit ihr zu verbringen. Überlegen Sie sich: Was würden Sie ihr sagen? 1.0.1-elevator-pitch_550-m7fplv2gprrqv6zmeaj2x9ckuyyavl4pswc9ztd4vqNun sollen Sie nicht wirklich den ganzen Tag in allen möglichen Gebäuden Fahrstuhl fahren, sondern diese Vorstellung nutzen, um auf den Punkt zu kommen. Wie können Sie Ihre Vision in weniger als einer Minute soweit vermitteln, dass die Leute neugierig werden und sich das Gespräch zu einem Dialog entwickeln könnte? Das können Sie für sich alleine vorbereiten und in vielen Varianten mit verschiedensten Menschen üben. Ist der Fahrstuhl für Sie das falsche Bild? Denken Sie an die Warteschlange bei der Post oder an der Käsetheke, an die Umkleidekabine in der Schwimmhalle … Wenn Sie sich aus der Geschäftswelt inspirieren lassen möchten: Auf den Seiten von CIO finden regelmäßig Wettbewerbe im Fahrstuhl statt (http://www.cio.de/elevator-pitch). Ein sehr gelungenes, wenn auch komplexeres Beispiel, finden Sie auch hier: http://www.youtube.com/watch?v=bah8djVZEOQ.
Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende – und beide sollten möglichst dicht beieinander liegen. Mark Twain

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2.2 Methode: Auf einer Seite | One-Pager Ein one-pager ist ein Text, der auf einer DIN4-Seite all das vermittelt, was Ihnen wichtig ist. Er gibt Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, einen groben Überblick zu erhalten und dann zu beschließen, ob er/sie mehr Interesse hat oder nicht. 1.0.2-One-Pager_550-m7fplw0awlt16sy98sxphr41gcto3a8g50zrh3bqeoWarum eine Seite? Weil die Menschen üblicherweise bei längeren Dokumenten das Lesen verschieben (auf diesen illusorischen Moment, den wir alle so lieben: wenn wir dann mal Zeit haben …). Weil mehr nicht ans schwarze Brett passt. Weil Menschen ab und zu an Orten sind, wo sie sich freuen, wenn sie etwas Überschaubares zu lesen haben (z.B. Wartezimmer, S-Bahnen …). Weil es Sie zwingt, Ihre Gedanken wirklich auf den Punkt zu bringen. Im Wesentlichen ist der One-Pager die schriftliche Variante der Methode: Elevator Pitch – mit dem Vorteil, dass Sie besser an ihm feilen können und auch Bilder und Farbe einsetzen können. Ihr Gegenüber bekommt etwas an die Hand. Hier finden Sie ein Beispiel aus dem Wikispace „SocialandEmotionalLearning“ (https://socialandemotionallearning.wikispaces.com), der Ihnen ein mögliches Gleichgewicht zwischen Text und Form aufzeigt. Es fällt Ihnen schwer, das Wesentliche zu formulieren? Dann könnte Ihnen ggfs. der Methode Kausalitätenkreis zur Entwicklung der Phase V Essenz helfen.

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2.3 Methode: Servietten-Skizze | Back of a napkin Die Grundidee hinter dieser Methode ist: Visualisierung hilft grundsätzlich. Sie hilft Ihnen, sich besser zu erklären und ein Szenario in einzelnen Schritten zu entwickeln. Sie hilft Ihrem Zuhörer, sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild zu machen. 1.0.3-back-of-a-napkin_550-m7fplwy53fubieww3bcc28vi1qp1azc6h5n8ydac6sAm hilfreichsten ist Visualisierung jedoch immer dann, wenn der Zuhörer an der Entwicklung teilhaben kann und nicht mit fertigen Produkten konfrontiert wird. Und da Gespräche gerne in Cafés, Restaurants oder am Küchentisch stattfinden, sollte Ihre Erklärung immer auf eine der herumliegenden Servietten passen. Doch obwohl fast jeder zustimmt, dass Visualisierungen unheimlich hilfreich sind, gibt es zwei große Hürden, selbst damit zu arbeiten:
„Ich kann nicht malen.“ „Ich wüsste gar nicht, was ich malen soll.“
Auf die erste Befürchtung erhält man oft die Antwort: „Jeder Mensch kann malen“. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Die gute Nachricht ist: Für Visualisierung ist die Fähigkeit zu malen komplett irrelevant. Strichmännchen, Pfeile und ein paar simple Symbole genügen vollkommen! Zur zweiten Befürchtung: Das kann man lernen! Dan Roam hat ein Buch über Bilder auf Servietten geschrieben und teilt seine Erkenntnisse zu visuellem Denken in einer Präsentation auf „slideshare“. (http://www.slideshare.net/goodfriday/the-back-of-the-napkin-solving-design-problems-and-selling-your-solutions-with-pictures) Wir haben zwei seiner Bilder für Sie aus dieser Präsentation herausgepickt, um Ihnen das Prinzip des visuellen Denkens – also des Umsetzens Ihrer Gedanken auf die Serviette – zu verdeutlichen. Back-of-the-Napkin-1_550-m7fpnj84v623i8k8n0j7cu62vmpsk7rjd63cpivwsk Wenn Sie Ihre Idee nicht auf die Rückseite meiner Visitenkarte schreiben können, haben Sie kein klares Konzept. David Belasco In einem ersten Schritt betrachten Sie das, was Sie ausdrücken wollen zunächst ganz offen und neugierig: Sie sammeln Eindrücke. Im zweiten Schritt sehen Sie noch einmal genauer hin: Erkennen Sie ein bestimmtes Muster? Können Sie Kategorien bilden? Im dritten Schritt überlegen Sie sich ein Bild, in dem alle Kategorien zusammenfließen dürfen. Sie werden schnell herausfinden, was Sie weglassen müssen, damit es auf eine Serviette passt, oder was Ihnen noch fehlt, um ein komplettes Bild malen zu können. Und dann, im vierten Schritt, zeigen Sie es anderen. Dabei wird sich das Bild wie von alleine weiterentwickeln. Wenn Ihnen im dritten Schritt gar nichts einfallen möchte, fragen Sie sich: Was wollen Sie darstellen Wer/Was? Wie viel? Wo? Wann? Wie? Warum? Hierfür empfiehlt Dan Roam ein paar klassische Visualisierungsformen. Back-of-the-Napkin-2_550-m7fpnk5z203dtuivhixtxbxjh0l5rwv9paqu6sukh0
Ein Beispiel aus der Arbeit von “Schule im Aufbruch”:

Back-of-the-Napkin-Beispiel_550-m7fpnl3t8u4o5ghic1cghtp02egizlz01febo2t4ms PhaseI Feuer&Glut from Schule im Aufbruch on Vimeo. Hinweis: Sie können sich das gesamte Kapitel “Eine(r) fängt an” als PDF herunterladen.

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